Aktuelle Studie belegt: Keine Komplikationen bei der Lachgassedierung

Neugegründete Fachgesellschaft für dentale Sedierung veröffentlicht auf dem Zahnärztetag 2012 in Frankfurt Studie zu möglichen Komplikationen bei der zahnärztlichen Sedierung mit Lachgas.

Frankfurt, 12. November 2012 – Dr. med. Frank G. Mathers, Facharzt für Anästhesiologie und Vorsitzender der neugegründeten Deutschen Gesellschaft für dentale Sedierung e.V., stellte am Wochenende auf dem Zahnärztetag 2012 in Frankfurt das Ergebnis einer Erhebung vor, die eindeutig zeigt, dass bei der inhalativen Lachgassedierung durch qualifizierte Zahnärzte keine ernsthafte Komplikationen auftreten.

 

Um festzustellen, ob und welche Art von Notfällen vorkommen, hat Dr. Mathers eine Umfrage bei Zahnärzten durchgeführt, die an einem 16-stündigen Fortbildungskurs zur Lachgassedierung am Institut für dentale Sedierung in Köln teilgenommen haben. Von den angefragten 173 Zahnarztpraxen nahmen insgesamt 105 Allgemeinzahnärzte, Oralchirurgen, Kinderzahnärzte sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen an der Erhebung teil. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich auf ein Jahr, dabei wurden 21.315 Patienten im Alter von 3 bis 86 Jahre erfasst. Alle Patienten gehörten zur Risikoklassifikation ASA 1 und 2.

 

In diesem Zeitraum kamen keine ernsthaften Zwischenfälle, insbesondere kein einziger lebensbedrohlicher Notfall vor. Den wenigen, nur leichten Komplikationen konnte intern durch das Notfallmanagement des Zahnarztes, in 121 Fällen (0,6%) oder durch die ZFA, in 549 Fällen (2,6%), entsprechend begegnet werden. So traten in unter 1% der Fälle Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen auf. In lediglich 2,9% der Fälle verlängerte sich die Erholungsphase auf mehr als 30 Minuten. In 636 Fällen (2,9%) wurde ein Abbruch der Behandlung bzw. ein Umstieg auf ein anderes Verfahren vorgenommen.

„Die Studie belegt eindeutig, dass bei fachgerechter Durchführung eine Sedierung mit Lachgas völlig ungefährlich ist – Voraussetzung dafür ist eine qualifizierte Ausbildung des Zahnarztes und seines Teams“, betont Dr. Mathers.

„Die Durchführung dieser und weiterer Studien auf dem Gebiet der dentalen Anästhesiologie und Sedierung, die Ermittlung und Auswertung von Forschungsergebnissen, die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen des In- und Auslandes sowie die Aus- und Weiterbildung von Zahnärzten ist unser oberstes Ziel“, stellt Dr. Frank Mathers die Kernaufgaben der neuen Fachgesellschaft vor. Dazu kommen die Aufklärung der Patienten über moderne zahnärztliche Anästhesie- und Sedierungsmethoden und deren klinische Anwendung sowie die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch mit den in freier Praxis tätigen Ärzten und Zahnärzten des In- und Auslandes und deren Verbänden.

 

Maßgeblich an der Gründung der „Deutsche Gesellschaft für dentale Sedierung e.V.“ beteiligt waren neben Dr. med. Frank G. Mathers, Facharzt für Anästhesiologie, Herr Dr. Dr. med. Matthias Siessegger, Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Herr Dr. Wolfram Arndt, Implantologe sowie die Fachzahnärzte für Oralchirurgie Herr Dr. Johannes Wolf, Frau Dr. Heike Nierste und Frau Misha Mesgarian. Die Fachgesellschaft ist offen für in- oder ausländische Ärzte, Zahnärzte oder medizinisches Assistenzpersonal mit einer Qualifizierung im Bereich dentale Anästhesiologie, Sedierung oder entsprechender klinischer Erfahrung.